Jetzt sind sie angebrochen, die Tage, die nicht mehr dem Trainings- und Wettkampfrhythmus folgen, sondern für mich einfach nur Ferientage, Erholung und Entspannung sind. Tage, in denen ich endlich Zeit habe, mein Traumjahr, das mich unglaublich stolz macht, noch einmal Revue passieren zu lassen.
Ja, es war für mich wirklich ein Traumjahr, zu dem mir ganz viele Menschen um mich herum verholfen haben. Und ich gebe es zu: Es wird nicht einfach werden, dieses Jahr 2026 loszulassen, weil es mir alles geboten hat, wofür ich täglich arbeite. Es hat mir sogar mehr gegeben, als ich mir vorstellen konnte: Als ich Anfang Sommer als erster Schweizer in Götzis den Zehnkampf gewinnen durfte – und das erst noch mit Schweizer Rekord, war das eines der grössten Highlights meiner Karriere. Aber, und das ist das Verrückte: Es war schon der zweite grosse Erfolg in diesem Jahr. Denn magisch waren ja schon die beiden Tage an der Hallen-WM in Torun gewesen. Und dass ich von dort mit einem Weltrekord heimkommen durfte, vermochte ich erst gar nicht zu fassen. Von einem Weltrekord träumen ist das Eine, ihn dann aber zu verwirklichen – phu, das sind Emotionen pur.
Meine Oberschenkelprobleme kurz vor der EM waren dann plötzlich eine Herausforderung, die uns allen, meinen Trainern Yves, René und Karl, vor allem aber meinem medizinischen Umfeld, alles abverlangt hat. Dass ich dann in Birmingham trotzdem bereit war und Silber gewinnen konnte, verdanke ich nur ihnen. Und natürlich allen voran Tatjana, die mir immer beistand und mich in diesen schwierigen Tagen ertragen und ausgehalten hat.
Merci allen für diesen riesigen Support durchs ganze Jahr, vielen Dank allen meinen Fans und Anhängern, die mich in der Ferne und erst recht im Stadion zu Höchstleistungen pushen. Merci für alles, ihr dürft sicher sein: Ich werde nicht ausruhen, ich will genau dort weitermachen, wo ich aufgehört habe. Dieses Traumjahr soll eine Art Startrampe für das wirklich grosse Ziel sein: L.A. 2028.
(Foto: Athletix.ch)



